Welche Vorgänge im Gehirn für das Auftreten einer Depression mitverantwortlich sind, ist bisher noch nicht sicher erforscht. Gesichert ist allerdings, dass sich während einer Depression Prozesse im Gehirn verändern. Zum Beispiel können Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus erkannt werden, oder bei der Ausschüttung von Stress-Hormonen.
Die wissenschaftliche Forschung gewinnt zunehmend Klarheit darüber, dass bestimmte Störungen im Stoffwechsel des Gehirns biologische Faktoren dafür sind, ob jemand an einer Depression erkrankt und wie hoch nach einer Genesung das Risiko für eine erneute Episode ist. Eine allumfassende Erklärung gibt es bisher jedoch noch nicht.
Es wird angenommen, dass bestimmte Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn - das so genannte Serotonin und das Noradrenalin - für die Entstehung von Depressionen mitverantwortlich sind. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein niedriger Serotonin-Spiegel im Gehirn Depressionen mit auslösen kann.
Serotonin und Noradrenalin sind wichtig dafür, dass Informationen von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen werden können (siehe Abbildung). Wenn diese Informationsübertragung gestört ist - zum Beispiel weil der Körper zu wenig Serotonin oder Noradrenalin herstellt - dann kann sich das auf die Gefühle, die Gedanken und das Verhalten der Person auswirken. Eine mögliche Folge sind Depressionen oder depressive Verstimmungen. An dieser Stelle setzen antidepressive Medikamente an, um den Gehirnstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Eine weitere Erklärung, wie Vorgänge im Gehirn sich auf die Entstehung von Depressionen auswirken, hängt mit dem Stresshormon Cortisol zusammen. Dabei wird angenommen, dass bei depressiven Patienten zuviel Cortisol hergestellt wird und diese sich deswegen in einer Art Dauerstress befinden.