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Unerkannte Krankheit

Etwa 4 Millionen der erwachsenen Menschen in Deutschland leiden unter einer Depression, das sind ca. 5% der Gesamtbevölkerung. Die meisten davon - ca. 60-70% - befinden sich in hausärztlicher Behandlung. Doch das bedeutet nicht, dass deren Depression als solche erkannt und adäquat behandelt wird: Bei ca. 50% der Betroffenen in hausärztlicher Behandlung bleibt die Depression unentdeckt. Insgesamt erhält nur etwa jeder dritte Depressive also die Diagnose Depression - weniger als jeder Zehnte wird angemessen therapiert. (Quelle: Prof. Ulrich Hegerl: "Versorgungsdefizite bei depressiven Patienten", Kompetenznetz Depression)

Obwohl Depressionen in so vielen Fällen nicht erkannt und behandelt werden, warten Betroffene laut Bundes-Psychotherapeutenkammer teilweise 4 bis 5 Monate auf einen Therapieplatz.

Dass eine Depression oft nicht erkannt wird, kann viele Gründe haben:

  • Scham der Betroffenen
    Die depressiv Erkrankten erleben ihre Erkrankung fälschlicherweise als persönliches Versagen und schämen sich, zum Arzt oder Psychotherapeuten zu gehen, obwohl das in vielen Fällen die richtige Entscheidung wäre. Viele Erkrankte sind auch zu hoffnungslos und kraftlos, um sich Hilfe zu holen.
  • Körperliche Beschwerden werden in den Vordergrund gestellt
    Für den Hausarzt - meistens die erste Anlaufstelle bei Depressionen - ist es oft schwierig, eine Depression zu diagnostizieren. Denn oft stellen Patienten körperliche Beschwerden in den Vordergrund, und so wird die zugrunde liegende Depression bei mehr als der Hälfte der Patienten nicht erkannt. Eine Vorbereitung auf den Arztbesuch kann hilfreich sein, ebenso wie ein kostenloser Screener zur Einschätzung der eigenen Stimmung.
  • Die Schwere der Depression wird unterschätzt
    In der Hektik des Praxisalltags ist es für Ärzte und Therapeuten oft nicht leicht, die nötige Zeit für eine aufwändige und ausführliche Depressions-Diagnose zu finden. Auch für diesen Fall kann die Auswertung dieses kostenlosen Screeners hilfreich sein; nehmen Sie die Ergebnisse am besten mit zum Arzt.

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