Wenn Sie wissen, an welchen Symptomen Sie Depressionen erkennen, steigen Ihre Heilungs-Chancen. Hier erfahren Sie mehr über die Symptome.
Es gibt zwei diagnostische "Standardwerke", nach denen Depressionen heutzutage bestimmt werden.
Einerseits das sogenannte ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (ICD steht für International Classification of Diseases, deutsch: Internationale Klassifikation der Krankheiten) und andererseits das DSM-IV der Vereinigung der Amerikanischen Psychiatrie (DSM steht für Diagnostic and Statistical Manual of mental disorders, deutsch: Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen).
Diese medizinischen Fachbücher definieren genau, was die Symptome einer Depression sind und woran man die Krankheit erkennen kann. Dazu gehören zum Beispiel folgende Smptome:
- Wenig Interesse oder Freude an den eigenen Tätigkeiten
Während einer Depression kommt es oft vor, dass Betroffene keinen Spaß und keine Begeisterung mehr empfinden können für Dinge, die Ihnen vor der Depression große Freude bereitet haben. Das können Hobbys, der eigene Beruf oder auch andere Dinge sein.
- Trauer und Niedergeschlagenheit
Zum Verlust der Interessen und der Fähigkeit, Freude zu empfinden, gesellt sich häufig ein Gefühl tiefer Niedergeschlagenheit, Leere und Verzweiflung. Schwer depressive Menschen berichten zum Beispiel oft davon, dass sie nicht mehr weinen können, obwohl sie es gerne würden. Neben dem Verlust persönlicher Interessen ist langanhaltende Niedergeschlagenheit ein deutliches Anzeichen, um eine Depression zu erkennen.
- Verminderter Appetit oder ein übermäßiges Bedürfnis zu essen
Während einer Depression kann der Appetit in beide Richtungen verändert sein: Manchmal kommt es vor, dass depressive Menschen mehrere Kilogramm Gewicht verlieren, da sie beim Essen keine Freude mehr empfinden und nichts mehr schmeckt. Genauso gibt es auch den umgekehrten Fall: Manche depressiven Patienten berichten über eine Zunahme des Appetits und des Körpergewichts während einer depressiven Phase.
- Eine schlechte Meinung von sich selbst, zum Beispiel Schuldgefühle oder das Gefühl, ein Versager zu sein oder die Familie enttäuscht zu haben
Es ist typisch für Depressionen, dass Betroffene ein niedriges Selbstwertgefühl haben und sich selbst die Schuld für alles Mögliche geben. Dabei spielen rationale Erklärungen keine Rolle, Betroffene erkennen die Depression nicht als Krankheit, sondern betrachten sich selbst als "schuldig". In besonders schweren Fällen können sich die Selbstanklagen so steigern, dass die Person sich selbst für einen Versager hält und der Meinung ist, andere Menschen - zum Beispiel den Partner oder die Familie - ins Unglück gestürzt zu haben.
- Schwierigkeiten, sich auf etwas zu konzentrieren, zum Beispiel beim Zeitungslesen oder Fernsehen
Sich eine Zeit lang auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren - zum Beispiel auf einen Text, auf eine Aufgabe im Beruf oder eine Arbeit im Haushalt - kann während einer Depression sehr schwierig sein. Dazu kommt, dass depressive Menschen oft nicht in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und sich auch bei kleinsten Entscheidungen überfordert fühlen.
- Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen, oder vermehrter Schlaf
Beides kann bei einer Depression auftauchen: Entweder schlafen Betroffene deutlich mehr als üblicherweise, oder sie haben umgekehrt Schwierigkeiten, ausreichend Schlaf zu finden. Das kann sich so äußern, dass sie einige Stunden früher als gewöhnlich aufwachen und dann nicht wieder einschlafen können. In diesen wachen Stunden morgens sind die Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung meistens besonders intensiv.
- Müdigkeit oder das Gefühl, keine Energie zu haben
Diese Müdigkeit und Energielosigkeit ist oftmals die Konsequenz der Schlafschwierigkeiten, die mit einer Depression oft einher gehen. Durch diese Abgespanntheit fällt es den Betroffenen schwer, alltägliche Dinge zu erledigen. In besonders schweren Fällen kann es vorkommen, dass depressive Menschen nicht mehr genügend Energie haben, um das Bett zu verlassen.
- Verlangsamte Sprache und Bewegungen, so, dass es auch anderen Menschen auffallen würde, oder Ruhelosigkeit und stärkerer Bewegungsdrang
Auch hier gilt etwas Ähnliches wie für die Veränderungen des Schlafverhaltens und des Appetits während einer Depression: Einerseits können Bewegungen und Sprache deutlich verlangsamt sein, andererseits gibt es auch den umgekehrten Fall, dass Depressionen eine Art Ruhe- oder Rastlosigkeit auslösen.
- Gedanken an den eigenen Tod und dass man sich etwas antun möchte
Suizidgedanken treten während schwerer Depressionen häufig auf. Viele schwer depressive Menschen denken daran, dass sie ihr eigenes Leben beenden möchten.
Diagnose anhand von Symptomen und zeitlichem Verlauf
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie anhand dieser Symptome eine Diagnose gestellt werden kann. Dabei kommt es darauf an, wie viele Symptome über welchen Zeitraum auftreten. Die gängigste Methode der psychologischen Forschung, eine Depression zu erkennen, richtet sich nach dem so genannten DSM-IV. In diesem international anerkannten, amerikanischen Manual zu psychischen Störungen heißt es:
Wenn jemand mindestens zwei Wochen lang ununterbrochen an mindestens fünf dieser Symptome leidet, wobei mindestens eines davon Interessensverlust oder depressive Verstimmung (Trauer oder Niedergeschlagenheit) ist, dann spricht man von einer "Major Depression".
Mithilfe dieser Kriterien - Symptome und zeitlicher Verlauf - ist es möglich, eine Depression zu erkennen und von "normalen" Trauerreaktionen zu unterscheiden. Eine Diagnose kann allerdings nur von einem erfahrenen Arzt oder Psychologen nach einer ausführlichen Untersuchung gestellt werden.
Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, welche Symptome bei Ihnen vorliegen könnten, kann Ihnen dieser kostenlose Screener bei einer ersten Einschätzung helfen: Depression Screener
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