Kooperationen

Professional

Depression: Behandlung und Therapie

Für die Behandlung und Therapie von Depressionen gibt es viele Möglichkeiten. Deprexis erläutert Ihnen, was von Experten empfohlen wird.

Das Ziel der Therapie von Depressionen ist es, depressive Symptome zu beseitigen und Rückfällen vorzubeugen. Damit jedem Patienten möglichst gut geholfen werden kann, erarbeiten führende deutsche Depressionsexperten dazu regelmäßig so genannte Versorgungsleitlinien (Stand: 12/09), in denen das jeweils aktuelle und beste Vorgehen beschrieben wird.

Differentialdiagnostik der Depression
Bei einer Differentialdiagnose stellt der Arzt oder Psychotherapeut fest, ob eine Depression vorliegen könnte und wie schwer sie ausgeprägt ist. Diese Diagnose kann nur durch einen Arzt oder Psychotherapeuten durchgeführt werden. Ein wissenschaftlich erprobter Screener kann Ihnen als Patient einen ersten Hinweis geben und Ihren Arzt oder Psychotherapeuten bei der Diagnose unterstützen. zum kostenlosen Screener

Aufklärung / Psychoedukation
In der aktuellen Leitlinie zur Therapie von Depression werden psychoedukative Angebote für Betroffene und Angehörige empfohlen. Unter Psychoedukation wird jede Schulung einer Person mit einer psychischen Störung verstanden, die dem Ziel der Behandlung und der Rehabilitation dient. Die Grenzen zwischen Psychoedukation und echter Psychotherapie sind fließend.

Partizipative Entscheidung
Je besser Sie sich auf Ihren Besuch beim Arzt oder Psychotherapeuten vorbereiten, umso besser ist Ihre Chance, die optimale Therapie zu bekommen. Denn es ist bestätigt, dass besser informierte Patienten ihren Arzt oder Therapeuten besser bei der Therapieentscheidung unterstützen können und so selbst aktiv - "partizipativ" - an der Entscheidung mitwirken. Wie Sie sich auf Ihren Besuch beim Arzt oder Therapeuten vorbereiten können, erfahren Sie hier: Depression: Was tun?

Aktiv abwartende Begleitung
Die "aktiv abwartende Begleitung" wird von der aktuellen Versorgungsleitlinie besonders bei Fällen leichter Depression empfohlen. Dabei wird die Stimmung des Patienten beobachtet, ohne eine konkrete Behandlung durchzuführen.

Psychotherapie / Pharmakotherapie
Bei Depression kann zwischen verschiedenen Schweregraden unterschieden werden: Leicht, mittelgradig und schwer. Je nach Ausprägung empfiehlt die aktuelle Versorgungsleitlinie verschiedene Behandlungsoptionen: Während für leicht und mittelgradig ausgeprägte Depressionen entweder Psychotherapie oder Pharmakotherapie mit Medikamenten empfohlen wird, wird für schwere sowie für chronische Depressionen eine Kombination aus beidem angeraten.

Arzt oder Psychotherapeut?
Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die Sie zur Therapie von Depression aufsuchen können. Besonders bei einer schweren Depression ist die professionelle Behandlung durch Arzt oder Psychotherapeut entscheidend. Wenn Sie sich in psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung begeben, tun Sie das bitte nur bei einem ausgebildeten Fachmann mit Approbation!

Die folgenden Personen und Einrichtungen sind für das Erkennen und für die Therapie einer Depression sowie für weiterführende Beratungen zuständig. Dort können Sie auch jederzeit nachfragen, wenn Sie sich für Angebote wie das Deprexis-Programm interessieren.

Hausarzt
Hausärzte sind bei seelischen Erkrankungen häufig die erste Anlaufstelle und können die Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen selbst übernehmen. Bessert sich die Depression während der Behandlung durch den Hausarzt nicht nach sechs Wochen, empfiehlt die Versorgungsleitlinie, einen Facharzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen.
Mit einem Screener können Sie Ihren Hausarzt bei der Diagnose unterstützen. zum kostenlosen Screener

Psychotherapeut
Psychotherapeuten haben eine Grundausbildung in Psychologie oder Medizin und eine spezielle Zusatzausbildung in Psychotherapie. Eine alleinige psychotherapeutische Behandlung wird bei leichten bis mittelschweren Depressionen empfohlen; bei schweren oder chronischen Depressionen empfehlen Experten eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten.
Bringt die psychotherapeutische Behandlung nach 3 Monaten keine Besserung, wird empfohlen, einen Facharzt aufzusuchen.

Psychiater / Nervenarzt
Ein Psychiater oder Nervenarzt ist ein Facharzt für die Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen. Er wird in einem Gespräch mit Ihnen eine genaue Diagnose der Depression stellen, mit Ihnen über geeignete Behandlungsmöglichkeiten sprechen und diese durchführen. Die Behandlung durch einen Psychiater oder Nervenarzt ist insbesondere bei mittelschweren bis schweren Depressionen notwendig. Bei der Behandlung durch einen Psychiater steht meistens die Behandlung mit Medikamenten und Antidepressiva im Mittelpunkt.

Stationäre Behandlung
Die stationäre Behandlung von Depressionen in einer Klinik wird besonders dann empfohlen, wenn beim Patienten akute Suizid-Gefahr besteht, oder wenn der Patient eine Gefahr für andere Menschen darstellt. Eine frühzeitige ambulante Behandlung durch einen Psychotherapeuten oder Arzt, bevor die Depression schwer oder chronisch wird, kann die Wahrscheinlichkeit eines Klinikaufenthaltes verringern.

Zur Übersicht